WER RETTET DIE CHRISTEN IM GAZASTREIFEN?

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Artikel veröffentlicht: 23.07.2012, 19:36 Uhr

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Wer rettet die Christen im Gazastreifen?
Von Khaled Abu Toameh
23. Juli 2012

 

Werden palästinensische Christen, die im Gazastreifen leben, von Muslimen entführt, die sie dann zwingen, zum Islam zu konvertieren?

Unter Palästinensern, die lieber alle Schuld einzig auf Israel abwälzen, gilt diese Geschichte als Tabu-Thema. Laut der griechisch-orthodoxen Kirche im Gazastreifen wurden in der vergangenen Woche mindestens fünf Christen entführt und zum Islam zwangskonvertiert. Wenn irgendjemand Angst um sein Leben haben sollte, dann Erzbischof Alexios, Oberhaupt der Griechischen Kirche im Gazastreifen, der den Protest gegen die Verfolgung und Zwangskonversion von Christen anführt.

In den letzten Tagen geriet der Erzbischof seitens vieler Palästinenser und der Hamas-Regierung unter scharfe Kritik, weil er es wagte, das Wort gegen die bedrängte Lage seiner Gemeinde zu erheben.

Islamistische Gruppen und Menschenrechtsaktivisten im Gazastreifen behaupten, dass die Christen aus freien Stücken zum Islam konvertiert seien. Sie haben sogar ein Videoband veröffentlicht, das den 24-jährigen Christen Ramez al-Amash zeigt, der erklärt, dass er freiwillig seinen Glauben zugunsten des Islam aufgegeben habe. Die Kirche beschuldigt eine nicht identifizierte Terrorgruppe hintern den Zwangskonversionen zu stehen und rief die internationale Gemeinschaft zum Eingreifen auf, um die Christen zu retten.

Ebenso haben Kirchenführer einen bekannten Hamas-Mann beschuldigt, hinter der Entführung und Zwangskonversion der Christin Huda Abu Daoud und ihrer drei Töchter zu stehen. Kurz nach ihrem Verschwinden informierte die Frau ihren Mann per SMS, dass sie und ihre Töchter zum Islam konvertiert seien.

In einem öffentlichen Protest, der Seltenheitswert hat, veranstalteten Führer und Mitglieder der 2.000-köpfigen christlichen Gemeinde im Gazastreifen in der vergangenen Woche einen Sitzstreik, um die Entführung, die Zwangskonversion im Besonderen und die Verfolgung durch radikale Muslime im Allgemeinen zu verurteilen. Der Protest hat die Spannungen zwischen Muslimen und Christen im Gazastreifen, der seit 2007 unter der Kontrolle der Hamas steht, weiter verschärft.

Nun befürchten Führer und Mitglieder der christlichen Gemeinden Vergeltungsangriffe seitens muslimischer Extremisten. Einige haben sich mit Bitte um Hilfe an den Vatikan und christliche Gruppen und Kirchen in den USA, Kanada und Europa gewandt. Doch christliche Familien reklamieren, dass ihre bedrängte Lage die Welt nicht kümmert. „Wir hören nur Stimmen, die uns sagen, dass wir bleiben sollen, wo wir sind und aufhören sollen, solchen Lärm zu machen“, sagt ein Christ, der im Gazastreifen lebt. „Wenn sie weiterhin die Augen vor unserer Tragödie verschliessen, wird es in ein paar Monaten keine Christen mehr in Palästina geben. Heute passiert es im Gazastreifen, morgen in Bethlehem.“

Der öffentliche Protest der Christen im Gazastreifen ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, der endlich die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft auf die wahren Probleme und Gefahren lenken könnte, mit denen palästinensische Christen konfrontiert sind.

Der radikale Islam, und nicht die Checkpoints, ist für wehrlose Christen nicht nur in den palästinensischen Gebieten, sondern auch im ganzen Nahen Osten, weiterhin die grösste Bedrohung. 

 

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