DAS NEUE EUROPA UND ISRAEL

Zurück zu den ArtikelnArtikel drucken

Artikel veröffentlicht: 01.03.2013, 08:34 Uhr

ERDOGAN GIBT DEN ACHMADINEDSCHAD - Der jüdische Staat als Menschheitsverbrechen und das Neue Europa
Karl H. Klein-Rusteberg

Der Ort ist gut und richtig gewählt: Wer Juden- und Israelfeindlichkeit "universalisieren" will, muss vor die UN (oder eine ihrer Unterabteilungen) treten. Das wusste schon Idi Amin, der in den 70ern des gar nicht so vergangenen 20. Jahrhunderts die Resolution in die UNO-Vollversammlung einbrachte, Zionismus als Rassismus zu verurteilen. Dem ugandischen Massenmörder war Erfolg beschieden.

Nun hat der türkische Ministerpräsident gesprochen - in Wien vor einer UN-Konferenz: Es sei nötig festzuhalten, dass Islamophobie ein Verbrechen gegen die Menschheit sei - so wie Zionismus, Antisemitismus oder Faschismus.

Instrumenteller Antifaschismus als Medium der Israel- und Judenfeindschaft, das ist nicht neu, eher ein Kern des neuen - nach 1945/68er - Antisemitismus. Es werden dennoch genug Wohlmeinende weiterhin auf diesen Jargon der Feindschaft reinfallen.

Aber was treibt der reaktionär-moderne Islamist Erdogan sonst noch mit seiner Aussage?

Sprach Erdogan nicht vor wenigen Tagen noch mit Bundeskanzlerin Merkel und bemerkte, eigentlich sei die Türkei doch längst mit seinen Millionen von Migranten Teil der EU? Hübsch "integrativ" ist das.

Doch treibt Erdogan seine (!?) EU-Bürger nicht in einen schier unlösbaren Konflikt, der wohl keinen Kompromiss kennt? Schließlich sind doch die Millionen Migranten als EU-Bürger der schlichten Selbstverständlichkeit verpflichtet, den jüdischen Staat in seinem Existenzrecht anzuerkennen. Sie müssen den jüdischen Staat nicht feiern, dürfen sagen, was sie von ihm halten. Aber seine Existenz in dieser Öffentlichkeit infrage zu stellen, da er ein Menschheitsverbrechen an sich darstellt, das ist eine Grenzüberschreitung, weit mehr als nur mit einem Schritt.

Das werden die Funktionäre und zivilgesellschaftlichen Vertreter der Migranten, die mit türkischen Hintergrund, dem türkischen Staatspräsidenten wohl klar und deutlich mitteilen müssen - integriert wie sie nun mal sind. Es gehört zu Europas Errungenschaften (die eben mehr verdienen, als in Fensterreden hinausposaunt zu werden), dass sie ihre Freiheit dazu nutzen, diesem Staatspräsidenten ein "Nein, ohne jedes Ja!" entgegenzusetzen. Was also werden sie Erdogan öffentlich zu sagen haben angesichts seiner israelfeindlichen Tiraden? Wir wollen doch kein Europa, dass den Staat Israel als Verbrechen gegen die Menschlichkeit diffamiert und damit Europa nicht nur Israels Feinde stärkt, sondern zum Feind Israels wird.

Oder schwächt das zu sagen die "Integration"? Im Gegenteil!
Stoßen wir womöglich so auch auf die Frage, welche Integration wir wollen? Oder gehört diese Frage schon zum "Menschheitsverbrechen Islamophobie", mindestens jedoch zu seinem athmosphärischen Umfeld?

Die Freiheit der öffentlichen Rede gehört zu Europa. Dank dieser Redefreiheit war es möglich von Erdogan zu hören und nun zu entgegnen: Erdogan ist ein Feind der Freiheit Europas, weil er Israels Existenzrecht bestreitet. Zionismus, das Recht des jüdischen Volkes auf politische Selbstbestimmung, ist nicht verhandelbar. Letztlich: dank der UN. Und genau das werden dem türkischen Staatspräsidenten auch die aus der Türkei gekommenen Neu-Europäer deutlich öffentlich sagen. Ohne "wenn" und "aber".

Oder?

Es folgt: THE TIMES OF ISRAEL
http://www.timesofisrael.com/erdogan-calls-zionism-a-crime-against-humanity/
 

 

Sie möchten diesen Artikel kommentieren? Artikel kommentieren

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.
Hier können Sie selbst einen Kommentar schreiben.


  Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit - Universitätsstrasse 19, 45141 Essen